Das Projekt an der Luftmattstrasse 2–4 im St. Alban-Quartier transformiert einen Wohnbau aus dem Jahr 1954 durch eine umfassende Kernsanierung in ein zeitgemässes Wohnensemble. Ausgangspunkt war die präzise Weiterentwicklung des Bestandes unter Wahrung seiner städtebaulichen und architektonischen Qualitäten zu einer langfristig nutzbaren Wohnstruktur.
Ein zentrales Anliegen des Projekts war die Aktivierung zusätzlicher Wohnfläche innerhalb des bestehenden Bauvolumens. Durch die Neuinterpretation bislang untergenutzter Bereiche im Sockel- und Dachgeschoss konnte die Anzahl der Wohnungen von zwölf auf vierzehn erhöht werden – ein Zuwachs von rund 22 % Wohnfläche ohne Erweiterung des Gebäudevolumens. Im Zuge der Sanierung wurden zudem beide Häuser mit Aufzugsanlagen ergänzt. Die Einheiten werden durch Balkone zum begrünten Innenhof sowie teilweise private Gartenbereiche erweitert.
Besonderes Augenmerk galt der Überarbeitung der Gebäudehülle. Diese wurde energetisch saniert und zugleich in ihrem charakteristischen Ausdruck erhalten, was eine präzise Ausarbeitung neuer Leibungen und Einfassungen erforderte. Die Fassadengliederung des Erkers greift das historische Verbandsmuster der ursprünglichen Kalksandstein-Brüstung auf und interpretiert dieses mit neu profilierten Elementen zeitgenössisch weiter und verleiht zusammen mit dem Farbkonzept dem Ensemble eine ruhige, identitätsstiftende Präsenz im Stadtraum.
Der Materialisierung der Küchen wurde im Sinne des Gesamtentwurfs besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Fronten sind in Linoleum ausgeführt, dessen matte, haptische Oberfläche eine präzise Materialität in den Raum bringt. Die Farbgebung – Lichtgrau, Olivgrün, Nachtblau und Weinrot – versteht sich als kuratierte Auswahl und verleiht den Einheiten jeweils eine eigene, differenzierte Identität. Insgesamt folgt die Innenarchitektur einem konzeptionellen Ansatz, der auf abgestimmten Material- und Farbentscheidungen basiert und verschiedene Ausprägungen innerhalb eines übergeordneten gestalterischen Rahmens zulässt.
Das Projekt zeigt, wie sich ein Wohnbau der Nachkriegszeit durch gezielte Eingriffe verdichten, technisch erneuern und im Ausdruck präzisieren lässt. Es verbindet die Weiterentwicklung des Bestands mit zusätzlichem Wohnraum und leistet damit einen Beitrag zur qualitätsvollen innerstädtischen Transformation Basels.